Einfach nur sein

Niemand schläft

Des Nachts, im traumlosen Tiefschlaf, wenn Bewusstsein sich in seiner Ursprünglichkeit bemerkt, ist absoluter Friede. Die objektive Welt ist dann entschwunden und das Körper-Mental-Gefüge vergessen. Es ist einfach nur Sein – Bewusstseinsstille – der zeitlose, lebendige Urgrund. In und aus diesem Urgrund – DAS, was „wir“ sind – offenbart sich alles, was ist.

Die Wirklichkeit ist nicht an den Körper und das Mentale gebunden. Das Körper-Mental-Gefüge kann gewissermassen als Werkzeug, als eine im Bewusstsein erscheinende Erweiterung angesehen werden. Die Identifikation mit der vermeintlichen Person ist eine Gewohnheit und ein Irrtum. Die Aktivitäten und Veränderungen des Physischen und Psychischen, der Welt und der Zeit werden von einem Kenner wahrgenommen, der nicht beobachten könnte, wäre er nicht selbst zeitlos und unveränderlich. Das „Falsche“, das Kommen und Gehen des Wahrgenommenen, das ist nur eine Überlagerung des „Wahren“, dessen, was unwandelbar ist und hat in sich keine Realität.

Wenn wir zu Bett gehen und uns in den Zustand des Schlafes begeben, ist es nicht so, wie in der Regel angenommen wird, dass wir einschlafen. Niemand schläft beim Einschlafen ein. Vielmehr ist es so, dass sich der „natürliche Zustand“ einstellt. Das „Unwahre“, die scheinbare Identifizierung mit Gedanken und Gefühlen entschwindet quasi zurück in die Unbedingtheit der zeitlosen Stille und entdeckt in diesem scheinbaren Ent-Deckungs-Prozess das „Wahre“, das, was nie gekommen ist und niemals gehen kann, das, was alleinig IST – das immerwährende, unbegreifliche Absolute.